Blick_Wechsel  Perspektiven auf Aus- und Weiterbildung für Kulturelle Bildung
8. Tagung des Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung

Universität Kassel
04.–06. Oktober 2017

Die achte Jahrestagung des Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung richtete den Fokus auf Aus- und Weiterbildung für Kulturelle Bildung. Sie lud dazu ein, Blicke zu wechseln, den Diskurs über die verschiedenen Ausbildungswege für die Kulturelle Bildung aufzunehmen, diese kritisch zu reflektieren und Forschungsergebnisse auszutauschen. Diskutiert wurde dabei u.a., wie Angebote mit adäquaten Methoden evaluiert und die Veränderung von Sichtweisen der oftmals heterogenen Teilnehmenden erforscht werden können. Ausgerichtet wurde die Tagung durch Prof. Dr. Verena Freytag unter Mitarbeit von Tatjana Hein.

Eine Podiumsdiskussion zu Beginn der Tagung öffnete in den Räumen der Kunsthochschule Kassel die Thematik und ließ verschiedene Akteure und Perspektiven auf das Thema zu Wort kommen. Im Anschluss näherten sich drei künstlerische Labore der Thematik mit zeichnerischen Notationen, einer körperlich-assoziativen Spielanordnung sowie unter der Fragestellung von Diskriminierung durch und in der Kulturellen Bildung an. Im etablierten Format der Panels waren Beiträge zu den Themen „Kooperieren in einem heterogenen Feld“, „Qualifizieren für (neue) Aufgaben in der Kulturellen Bildung“, „Perspektiven wechseln“, „Sichtweisen ermitteln“, „Angebote weiterentwickeln“ sowie „Haltungen finden“ vertreten, während die Keynote eine „reflexive Praxis“ zur Diskussion stellte und ein Tagungskommentar die Punkte „Professionalisierung und Heterogenität“, „Reflexion“ und „Theorie – Forschung – Praxis“ heraus arbeitete.

Die Auswahl der eingereichten Beiträge erfolgte wie auch in den vergangenen Jahren durch ein Scientific Committee, das in diesem Jahr vertreten war durch Prof. Dr. Andreas Brenne, Prof. Dr. Nana Eger, Prof. Dr. Verena Freytag, Tatjana Hein, Prof. Dr. Fabian Hofmann, Sarah Kuschel, Dr. Kiwi Menrath, Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, Prof. Diemut Schilling, Dr. Caroline Theurer und Kirsten Witt.

Neben den etablierten Formaten erprobte das Netzwerk mit einem Barcamp am zweiten Tag auch Neuland. Das Open-Space-Format lud alle Teilnehmenden ein, eine Session anzubieten und in dieser eigene Projekte oder Fragestellungen zu diskutieren. Eine weitere Novität stellte ein erstmals stattfindendes Clusterpanel dar, in dem die Cluster „Kulturelle Bildung und Diversität“, „Kulturelle Bildung und Inklusion“, „Kulturelle Bildung und Lebensalter“ sowie „Interaktion und Partizipation in der Kulturellen Bildung“ Interessierten Einblicke in ihre bisherige Arbeit gaben und diese fortsetzten. Ein weiteres Themencluster, das sich mit kritischer Kulturpädagogik beschäftigen wird, traf sich im Rahmen der Tagung erstmalig.

Die Tagungsthematik griff auf, dass in der Kulturellen Bildung Menschen mit sehr unterschiedlichen Ausbildungen, Selbstverständnissen und Zielsetzungen arbeiten: Künstler_innen, Theater-, Tanz- und Museumspädagog_innen, Lehrer_innen, Sozialpädagog_innen und Erzieher_innen aus der Kinder- und Jugendarbeit und (Jugend-)Kulturzentren, Mitarbeiter_innen aus städtischer Kulturförderung und Kulturberatung, ehrenamtliche Vermittler_innen, Kulturwissenschaftler_innen und viele mehr. Vorausgesetzt wird, dass die Beteiligten trotz aller Diversität in der Lage sind, miteinander zu kooperieren, um erfolgreiche Projekte nachhaltig zu initiieren. Dass dies immer funktioniert, darf angezweifelt werden, da die verschiedenen Berufsgruppen unterschiedliche Kompetenzen benötigen und heterogene habituelle Selbstverortungen mit sich bringen, die nicht immer selbstverständlich zusammenspielen. Eine kooperative Zusammenarbeit ist in hohem Maße komplex, weil die unterschiedlichen organisationalen Felder, denen die Menschen über ihre Ursprungsprofession angehören, widerstreitende Zielsetzungen, verschiedene Institutionen und unterschiedliche Organisationsstrukturen aufweisen. Die Unterschiede sind auch bedingt durch diverse berufliche Ausbildungsgänge wie ein Lehramtsstudium, ein künstlerisches Hochschulstudium, ein kulturmanagementorientierter Ausbildungsgang, eine sozialpädagogische Fachschulausbildung etc. Gleichzeitig haben heterogene Perspektiven Potenziale, die es in Bildungszusammenhängen produktiv zu entdecken gilt.
Tangiert wurden vor diesem Hintergrund u.a. folgende Punkte und Fragen: Was sind die Orte der Ausbildung Kultureller Bildner_innen? Welche fachspezifischen Verständnisse und Konzepte von Kultureller Bildung liegen den Angeboten zugrunde? Welche professionsbezogenen Biographien bringen die Ausbildenden mit und inwiefern wird die Ausbildung davon geprägt? Welche Themen und Perspektiven sind Gegenstand von Weiterbildungen und wo liegen Desiderate vor? Welche Kompetenzen sollen auf welche Weise erworben werden? Wie sind die Programme gestaltet und auf welcher Grundlage werden sie entwickelt? Inwieweit sind die einzelnen Bildungsinstitutionen an einem Professionalisierungsprozess der Akteur_innen beteiligt bzw. für diesen verantwortlich? Welche Forschungsansätze, Methoden und Methodologien eignen sich für die Erforschung und Evaluation von Aus- und Weiterbildungen? In welcher Weise prägen die Institutionen die Vermittlungspraxis? Wie kooperieren und vernetzen sich die verschiedenen Ausbildungsstätten untereinander?

Beiträge der Tagung werden auf der Plattform Kulturelle Bildung Online veröffentlicht.

Organisationsteam: Prof. Dr. Verena Freytag, Tatjana Hein
Ästhetische Bildung und Bewegungserziehung, Universität Kassel

Das Programm

Von Mythen zu Erkenntnissen?  Gegenwart und Zukunft empirischer Forschung zur Kulturellen Bildung
7. Tagung des Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung

Bundesakademie für Kulturelle Bildung, Wolfenbüttel
25.–27. Oktober 2016

Unter dem Titel „Von Mythen zu Erkenntnissen? Gegenwart und Zukunft empirischer Forschung zur Kulturellen Bildung“ fand vom 25. bis 27. Oktober die 7. Jahrestagung des Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung in Zusammenarbeit mit dem Stiftungsverbund Rat für Kulturelle Bildung e.V. und der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel statt. Rund 160 Forscher_innen und Praktiker_innen diskutierten auf der ausgebuchten Tagung, welche Forschungsfragen gestellt und methodischen Zugänge gewählt werden müssen, um gesicherte Erkenntnisse zu Wirkungen Kultureller Bildung formulieren zu können.

In insgesamt 13 Panels präsentierten Wissenschaftler_innen aus unterschiedlichen Bezugsdisziplinen ihre aktuellen Forschungsprojekte und stellten diese zur Diskussion. Zwei Keynotes von Dr. Rubén A. Gaztambide-Fernández und Anna Chrusciel – zu Beginn und zum Abschluss der Tagung – bildeten den inhaltlichen Rahmen für die Veranstaltung. Vier Labore, in denen das Tagungsthema auf künstlerisch praktische Weise erfahrbar gemacht wurde, vervollständigten das ausdifferenzierte Tagungsprogramm ebenso wie sechs zu einer kurzen Positionierung anhaltende „Key Statements“ und eine Podiumsdiskussion. Strukturiert wurden die eingegangenen und ausgewählten Beiträge in folgende Themenschwerpunkte: Mythen in der Kulturellen Bildung, Praxisforschung, Kompetenzerwerb, (Internationale) Forschungsperspektiven, Kulturelle Teilhabe, Kulturelle Bildung und Schule, Fortbildung in der Kulturellen Bildung, Formale und informelle Bildungsprozesse, Videografie als Forschungsmethode sowie Räume und Wirkungen Kultureller Bildung.

Wie auch im Jahr zuvor erfolgte die Auswahl der Panelbeiträge anhand eines Double-Blind-Review-Verfahrens und wurde im Vorfeld der Netzwerktagung von Expert_innen eines Scientific Committees getroffen. Diesem gehörten folgende Personen an: Dr. Tobias Fink (Theaterpädagogik, Kulturpolitikforschung), Prof. Dr. Verena Freytag (Ästhetische Bildung und Bewegungserziehung), Prof. Dr. Burkhard Hill (Soziale Arbeit, Community Music), Prof. Dr. Fabian Hofmann (Kunstvermittlung,, Kunstpädagogik), Sebastian Konietzko (Philosophie), Sarah Kuschel (Kulturwissenschaft), Prof. Dr. Andreas Lehmann-Wermser (Musikpädagogik), Prof. Dr. Eckart Liebau (Erziehungswissenschaft, Pädagogik), Prof. Carmen Mörsch (Bildende Kunst, Kunstvermittlung), Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss (Kulturelle Bildung), Prof. Diemut Schilling (Bildende Kunst, Praxis Kultureller Bildung) und Prof. Dr. Stephan Schwan (Psychologie).

In ihren Präsentationen fokussierten die vortragenden Wissenschaftler_innen konkrete Forschungsmethoden, theoretische Grundlagen, institutionelle Bezüge, spezifische Zielgruppen oder künstlerische Ausdrucksformen. Deutlich wurde, dass pauschale Wirkungszuschreibungen mit Skepsis zu betrachten sind und die Kulturelle Bildung nicht als Allheilmittel verstanden werden darf und will. Das Treffen zur siebten Netzwerktagung spiegelte jedoch auch die Diversität des gesamten Arbeits- und Forschungsfeldes wider: Kulturelle Bildung wird auf unterschiedlichste Weise, im Kontext diverser Wissenschaftsdisziplinen bearbeitet und ist mit der Notwendigkeit verbunden, die Verständnisse von Kunst, Kultur und Bildung zu klären. So wurden auf der Tagung die genannten grundlegenden Termini bisweilen kontrovers diskutiert.

Die teilnehmenden Forscher_innen und Praktiker_innen nahmen ihre Zusammenkunft zum Anlass, um in einen produktiven Austausch zu treten und weiterführende Fragestellungen zu formulieren: Aus welcher Position heraus agieren Forscher_innen und welche Haltung nehmen sie ein? Wie kann mit begrifflichen Unschärfen umgegangen werden? Wie können wissenschaftliche Erkenntnisse in die Kulturelle Bildungspraxis überführt werden? Auf der abschließenden Podiumsdiskussion wies Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss final darauf hin, dass es zukünftig darum gehen muss, gegenstandsadäquate Forschungsdesigns zu entwickeln, da nur durch diese gewinnbringende Erkenntnisse für die Kulturelle Bildung generiert und die junge Forschungsdisziplin sowie das Praxisfeld gestärkt werden könnten.

Neben dem Forschungskolloquium, das auch dieses Mal im Vorfeld stattfand und dem Ziel des Netzwerks entspricht, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern, wurden auf der Tagung mit den Themenclustern ein neuer Bereich des Netzwerks vorgestellt. Die Cluster stellen eine weitere Möglichkeit dar, sich aktiv im Netzwerk zu beteiligen und hierüber Mitglied in diesem zu sein. Als thematische Zusammenschlüsse von Forschenden und Praktiker_innen der Kulturellen Bildung laden die Themencluster zum Austausch und der Organisation eigener Veranstaltungen, dem Verfassen von Publikationen sowie der Gestaltung von Panels auf den Netzwerktagungen ein. Zum Auftakt konnten mit „Praxisforschung, Fallstudien und Aktionsforschung im Theorie-Praxis-Verbund“, „Kulturelle Bildung international“, „Kulturelle Bildung und Inklusion“, „Kulturelle Bildung und Diversität“ sowie „Kulturelle Bildung und Lebensalter“ fünf Cluster vorgestellt werden, die Interessierten offen stehen.

Das Programm zum Download

Pressemitteilung zur 7. Netzwerktagung

KULTUR MACHT BILDUNG
6. Tagung des Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung

Leuphana Universität Lüneburg
5.7. November 2015

Vom 5. bis 7. November fand an der Leuphana Universität Lüneburg die sechste Jahrestagung des Netzwerk Forschung Kulturelle Bildung statt. Mit dem diesjährigen Thema KULTUR MACHT BILDUNG widmete sich das Netzwerk den gesellschaftlichen Machtverhältnissen,  in denen Kulturelle Bildung eingebettet ist. Die Referent_innen und fast 100 Teilnehmer_innen der Tagung befragten und diskutierten, inwiefern Machtverhältnisse Einfluss darauf nehmen, was als Kulturelle Bildung gilt und in welchen Formen sie in Erscheinung tritt. Zudem ging es um Asymmetrien und Dominanzstrukturen in pädagogischen und künstlerischen Settings und es wurde diskutiert, inwiefern die kulturellen und ästhetischen Gegenstände selbst Macht über die Rezipierenden und Produzierenden ausüben und umgekehrt von diesen bezwungen oder beherrscht werden wollen.

Die Tagung wurde von Prof. Dr. Cornelie Dietrich und Dr. Anke Wischmann vom Institut für Bildungswissenschaft ausgerichtet. Die inhaltliche Konzeption erfolgte durch ein Scientific Committee, das gemeinsam die Themenwahl und -ausgestaltung vorbereitet hatte und in einem blind-review Verfahren eine Auswahl der eingereichten Beiträge traf. Beteiligt waren Wissenschaftler_innen verschiedener Disziplinen unterschiedlicher Hochschulen:
Cornelie Dietrich (Leuphana Lüneburg), Tobias Fink (Universität Hildesheim), Verena Freytag (Universität Kassel), Burkhard Hill (Hochschule München), Fabian Hofmann (Fliedner Fachhochschule Düsseldorf), Elke Josties (ASH Berlin), Sarah Kuschel (Universität Hildesheim), Stefanie Kiwi Menrath (ASH Berlin), Vanessa Isabelle Reinwand-Weiss (Universität Hildesheim), Volker Schubert (Universität Hildesheim), Anke Wischmann (Leuphana Lü
neburg)

Beiträge aus den Sozial- und Kulturwissenschaften, der Erziehungswissenschaft aber auch den Disziplinen einzelner Kunstsparten wie der Kunst- und Tanzpädagogik beleuchteten verschiedene Aspekte der Thematik: Die acht Panels beinhalteten Beiträge zu bildungstheoretischen Fragestellungen, pädagogischen (A)symmetrien in Prozessen ästhetischer Bildung, Ermächtigung und Entmächtigung in ästhetischen Praktiken von Kindern und Jugendlichen sowie in ästhetischen Praktiken im Zugang der cultural studies, die Macht der Gegenstände und die institutionelle Macht in Agenda Settings sowie Inklusion und Exklusion als ästhetische Realität. Wie auch bei den vorherigen Tagungen erweiterten neben wissenschaftlichen Vorträgen, Keynotes und Diskussionen, zwei künstlerische 'Labore' das Programm, um in verschiedenen Formate eine differenzierte Auseinandersetzung und vertiefende Analysen zu initiieren. Griffen Hans Gruber und Birgit Eiglsperger im Medium der Bildhauerei Meister-Lehrlingsverhältnisse auf, befragte Anne Keller mit dem Ansatz des Reenactment Theaterpädagogik als Propagandainstrument. Mit dem diesjährigen Thema wurden nicht nur zentrale Aspekte Kultureller Bildung, ihrer Praxis und Erforschung aufgeworfen, sondern auch neue Fragen, mit denen sich das Netzwerk auseinandersetzen wird, um den Diskurs und die  Professionalität des Feldes voranzubringen: Welche Machtverhältnisse, Distinktionen und Ausschlüsse sind mit Förderpolitiken, aber auch mit entstehenden Forschungen verbunden? Welche Referenzen werden im Feld legitimiert? Welche Wirkmächtigkeiten lassen sich erkennen? Welche machtvolle Rolle kommt dem Netzwerk selbst als Akteur im Feld zu?                                                                                                          

Das Programm zum Download                                                                                                                                                                                                      

 

Im Dazwischen  Künstler und Künstlerinnen vermitteln
5. Tagung des Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung

Ruhr-Universität Bochum
6.–8. November 2014

Mit der 5. Tagung des Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung begaben sich mehr als 130 Teilnehmende an der Ruhr-Universität Bochum in das „Dazwischen“ der Forschung und Vermittlung in der Kulturellen Bildung. Organisiert  wurde die diesjährige Tagung von den Netzwerk-Partnerinnen Antje Klinge und Nana Eger vom Lehr- und Forschungsbereich Sportpädagogik und Sportdidaktik der Ruhr-Universität Bochum. Nach begrüßenden Worten von Timo Köster, dem Leiter der Zukunftsakademie NRW (ZAK), in der die Tagung eröffnet wurde und einem Beitrag von Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, Gründungsmitglied des Netzwerks, stimmte Carmen Mörsch mit einem inspirierenden Vortrag in die Thematik der Tagung ein.

Unter dem Titel „Eine lange Geschichte von Künstler/innen in der Bildung“ thematisierte sie aus einer historischen Perspektive die Entwicklung und Ambivalenz des Vermittlungsbegriffes und zeigte in anregender Weise den Zusammenhang zwischen Vermittlung und inferiorer Alterität auf. Das sich anschließende kreative Programm in der Zukunftsakademie trug zu einem gelungenen Auftakt der diesjährigen Tagung bei.

Vorangegangen war dieser die Autumn School des Forschungskolloquiums, bei der Nachwuchswissenschaftler_innen aus ganz Deutschland und der Schweiz zwei Tage ihre aktuellen Dissertationsprojekte im Bereich der Kulturellen Bildung diskutiert hatten (zum Forschungskolloquium).

Während der beiden folgenden Tage wurden in den Räumen der Fakultät für Sportwissenschaft in verschiedenen Panels und Laboren spezifische Vermittlungsweisen von Künstlerinnen und Künstlern, das Verhältnis zwischen Kunst und Pädagogik sowie Bedingungen gelingender Vermittlungspraxis und aktuelle Forschungen im Feld der Kulturellen Bildung vorgestellt, befragt und diskutiert. Trotz des weitgreifenden Bahnstreiks hatten es nahezu alle Vortragenden und Teilnehmenden bis nach Bochum geschafft oder wurden – wie Eckard Liebau – kompetent vertreten. So stellte Margit Lichtschlag stellvertretend die neue Publikation des Rat für Kulturelle Bildung vor, die den Titel „Schön, dass ihr da seid. Kulturelle Bildung: Teilhabe und Zugänge“ trägt und eine erste anregende Diskussion entstehen ließ.

Anknüpfend an den auf der 4. Tagung mit Großbritannien begonnenen internationalen Anschluss des Netzwerks war mit den Niederlanden auch in diesem Jahr ein Gastland eingeladen und mit Vorträgen von Teunis IJdens und Edwin van Meerkerk vertreten. Beendet wurde die Tagung mit einem Vortrag von Käte Meyer-Drawe von der Ruhr-Universität Bochum, die als Observerin ihre zahlreichen Beobachtungen darbot und zentrale Themenstränge aufzeigte. Die Beiträge der Tagung werden im Rahmen einer Publikation veröffentlicht.

Organisationsteam der 5. Netzwerktagung: Prof. Dr. Antje Klinge & Nana Eger / Lehr- und Forschungsbereich Sportpädagogik und Sportdidaktik der Fakultät für Sportwissenschaft

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Räume Kultureller Bildung Nationale und transnationale Forschungsperspektiven
4. Tagung des Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung

Universität Koblenz-Landau

4.5. Oktober 2013

Mit der 4. Tagung richtete das Netzwerk Forschung Kulturelle Bildung den Blick auf Räume Kultureller Bildung und nahm dabei erstmals eine transnationale Perspektive ein. Nach Hildesheim, München und Erlangen wurde die diesjährige Jahrestagung von der Universität Koblenz-Landau  am 4. und 5. Oktober ausgerichtet. Mit über 120 Teilnehmer_innen und Referent_innen fand auch die vierte Netzwerktagung großes Interesse.

Während zwei Keynotes von Barned von Heusden von der Rijksuniversteit Groningen und von Pat Thomson von der University of Nottingham in die Thematik einführten, wurden weiterführende Fragen in den daran anschließenden fünf Panels vertieft. Zwei dieser Panels legten den Schwerpunkt auf die Kunstgattungen Theater und Tanz, weitere Panels fokussierten Formen und Beispiele künstlerischer Forschung, Dimensionen und Räume der Vermittlung sowie Medien- Alltags- und Kunsträume. Neben schulischen wurden in diesem Kontext außerschulische Bildungsräume thematisiert und befragt.

Die fünf Forschungsforen am zweiten Tag richteten den Blick auf aktuell verhandelte Themen transnationaler Forschung im Bereich der Kulturellen Bildung, Zusammenhänge zwischen Kunst und Lehre, Projekte aus dem Bereich der Performance-Kunst sowie ein Theaterlabor. Im Kontext des transnationalen Tagungsfokus wurden darüber hinaus Studien aus Japan und dem Maghreb vorgestellt und diskutiert. Gemeinsamkeiten kamen dabei ebenso zur Sprache wie regional und national bedingte Unterschiede sowie die Herausforderungen von transnationalen Projekt- und Forschungskonzeptionen.

Die Netzwerkpartner_innen und die beiden Gäste aus den Niederlanden und Großbritannien (von links nach rechts): Dr. Ernst Wagner (Universität Erlangen-Nürnberg), Prof. Dr. Antje Klinge (Ruhruniversität Bochum), Prof. Dr. Barend van Heusden (Riksuniversiteit Groningen) , Prof. Dr. Kristin Westphal (Universität Koblenz-Landau), Prof. Dr. Pat Thomson (University of Nottingham), Prof. Dr. Burkhard Hill (Hochschule München), Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss (Bundesakademie Wolfenbüttel), Dr. Tobias Fink (Universität Hildesheim)

Vorangegangen war der Tagung ein weiteres Treffen des Forschungskolloquiums Forschung in der Kulturelle Bildung am 3. Oktober, in dem Nachwuchswissenschaftler_innen über ihre Forschungsprojekte diskutierten. Mehr

Zur Tagung ist die Publikation Räume Kultureller Bildung im Juventa Verlag erschienen.

Der Tagungsflyer zum Download

Organisation der 4. Netzwerktagung: Prof. Dr. Kristin Westphal

Erforschung Kultureller und Ästhetischer Bildung - Metatheorien und Methodologien
3. Tagung des Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung

Universität Erlangen-Nürnberg
12.–13. Oktober 2012

Während die erste Tagung im Herbst 2010 dazu diente, einen Überblick über die Vielfalt der Ansätze und Fragestellung im Kontext der Erforschung Kultureller Bildung zu erhalten, fokussierte die zweite Tagung auf zentrale Paradigmen und ihre Bezüge zu konkreten Themen und Projekten. Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der dritten Tagung, metatheoretische und methodologische Ausdifferenzierungen voranzutreiben.

Die Tagung versucht, dieses Ziel im Rahmen dreier Formate zu verfolgen: Zunächst sollen zwei einleitende Grundsatzreferate den Rahmen der metatheoretischen und methodologischen Perspektiven aufzeigen. In fünf thematischen Panels sollen vor diesem Hintergrund konkrete Forschungsfragen und Forschungsprobleme vorgestellt, analysiert und diskutiert werden. Am zweiten Tag werden in sieben parallelen Forschungsforen auf Basis verschiedener Forschungsverständnisse und -traditionen in gemeinsamer Arbeit je spezifische metatheoretische und methodologische Probleme befragt und reflektiert.

Darüber hinaus möchte die Tagung allen an der Netzwerkarbeit Interessierten die Möglichkeit bereiten, sich in drei moderierten Gesprächsrunden über zentrale Fragen, Probleme und Perspektiven des Netzwerkes Forschung Kulturelle Bildung auszutauschen.

Das Programm zum Download

Thematische Panels

  • Panel 1: Theater (Moderation: Vanessa Reinwand)
    • Lars Göhmann: Nachwuchsförderung in den Darstellenden Künsten – Theaternachwuchs zwischen Begabung und zielgerichteter Förderung
    • Wibke Lohfeld/Susanne Schittler: Bildungsprozesse in performativen Spielsituationen – theoretische und empirische Annäherungen
    • Thomas Malorny: Eine Grounded Tanzforschung – Forschungsbewegungen in Tanztheaterprojekten
    • André Studt: Der Pädagoge als Regisseur
  • Panel 2: Tanz (Moderation: Burkhard Hill)
    • Claudia Behrens/Sabine Zubarik/Diana Henz: Eine experimentelle Studie zum Erleben ästhetischer Bildungsprozesse im Tanz
    • Tobias Fink/Inken Tegtmeyer: Tanzpädagogisches Evaluationsprojekt: MOTS – Moderner Tanz in Schulen der Compagnie Fredeweß (2011-2013)
    • Verena Freytag: „Moments of joy“ – Zum Erleben von Freude innerhalb von tänzerischen Gestaltungsprozessen
    • Antje Klinge/Nana Eger: Tanzpädagogisch forschen
  • Panel 3: Musik (Moderation: Eckart Liebau)
    • Cornelie Dietrich/ Volker Schubert: Musikalische Erfahrungen biografisch rekonstruieren
    • Elke Josties: Musikförderung in der Jugendkulturarbeit und Kooperationen zwischen Jugendarbeit, Schulen, Musikschulen und Migrant_innenselbstorganisationen
  • Panel 4: Bildende Kunst (Moderation: Ernst Wagner)
    • Constanze Kirchner: „Mixed Methods“ in der kulturellen Bildungsforschung?
    • Eric Sons: Analytisch-theoretische und methodologische Potentiale des Symbolischen Interaktionismus für die kulturelle Bildungsforschung (unter besonderer Berücksichtigung der Deutung der „Bildungswirkungen“ von Bildhauerei )
    • Stefan Palaver: Comic als erweiterter Zugang zur Bildungstheorie
  • Panel 5: Medien/Literatur (Moderation: Leopold Klepacki)
    • Jana Drewes/Christian Albrecht: Ästhetische Kommunikation im Literaturunterricht (ÄSKIL) – Forschungsprojekt des Lehrstuhls für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen
    • Volker Titel: Das Konzept „Medienbildung“ aus buchwissenschaftlicher Perspektive
    • Benjamin Jörissen: Zwischen Medienethnographie und Strukturanalyse – Methodologiefragen der Medienbildungsforschung als (Medien-) Theorieproblem

 
Forschungsforen

  • Ethnographie: Anja Tervooren
  • Evaluations- und Begleitforschung: Burkhard Hill
  • Hermeneutik: Leopold Klepacki und Benjamin Jörissen
  • Monitoring: Susanne Keuchel, Eckart Liebau und Ernst Wagner
  • Phänomenologie:  Kristin Westphal, Jörg Zirfas
  • Wirkungs- und Transferforschung: Christian Rittelmeyer

Veranstalter: Lehrstuhl für Pädagogik II, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Forschung Kulturelle Bildung

Die Kunst über Wirkungen Kultureller Bildung zu forschen II  Perspektiven der Bildungsforschung
2. Tagung des Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung

Hochschule München
27.29. Oktober 2011

Von Donnerstag, den 27.10.2011, bis Samstag, den 29.10.2011, fand die zweite Tagung des Netzwerk Forschung Kulturelle Bildung unter dem Titel "Die Kunst über Wirkungen Kultureller Bildung zu forschen II: Perspektiven der Bildungsforschung"  an der Hochschule München statt.

Herzlichen Dank an alle Referent_innen und Teilnehmer_innen für die vielen fruchtbaren und intensiven Diskussionen, die auf dieser Tagung stattfanden.

Während die Impulstagung des Netzwerk Forschung Kulturelle Bildung im September 2010 dazu diente, einen Überblick über die Vielfalt an Forschungsprojekten und -ansätzen zu gewinnen und darüber hinaus den Wirkungsbegriff zu diskutieren, setzte die zweite Netzwerktagung einen anderen Impuls. Der Begriff „Bildung“ aus dem Konstrukt „Kulturelle Bildung“ wurde in den Vordergrund gerückt. Ziel war es, die verschiedenen Ansätze der Bildungsforschung auf ihre Tauglichkeit zur Forschung im Bereich der Kulturellen Bildung zu befragen. Im Zentrum der Tagung stand die Frage nach innovativen Forschungsansätzen, die der Spezifik des Gegenstandes Kultureller Bildung gerecht werden.

Tagungsflyer zum Download
Abstracts zum Download
Pressenotiz zum Download

Ausgewählte Beiträge dieser Tagung sind im Sammelband Die Kunst, über Wirkungen Kultureller Bildung zu forschen erschienen.

 Organisation der 2. Netzwerktagung: Prof. Dr. Burkhard Hill

mercator

Die Kunst über Wirkungen Kultureller Bildung zu forschen
Impulstagung zur Gründung des Netzwerk Forschung Kulturelle Bildung

Universität Hildesheim
30. September 2. Oktober 2010

Mit 15 ReferentInnen und  70 TeilnehmerInnen verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen und Praxisfelder war die Tagung "Die Kunst über Wirkungen Kultureller  Bildung zu forschen" ein erfolgreicher Auftakt des Netzwerk Forschung Kulturelle Bildung. Im Rahmen der dreitägigen Impulstagung „Die Kunst über Wirkungen Kultureller Bildung zu forschen“ wurden am 30.9.2010 das bundesweite Netzwerk Forschung Kulturelle Bildung erfolgreich gegründet. Organisiert wurde die Tagung von den vier Gründungsmitgliedern des bundesweiten Forschungsnetzwerkes Prof. Dr. Burkhard Hill (Hochschule für Angewandte Wissenschaften München), Tobias Fink (Universität Hildesheim), Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss (Universität Hildesheim), Alexander Wenzlik (PA/Spielen in der Stadt e.V.) sowie dem Institut für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim.

Die 70 Teilnehmer_innen der Tagung sprachen sich neben lokalen Forschungskreisen wie an der Universität Hildesheim für eine bundesweite Plattform aus, auf der ein niedrigschwelliger, kollegialer und interdisziplinärer Austausch über künstlerisch-wissenschaftliche Forschungsansätze und -methoden möglich wird. Der nachhaltige Austausch im Netzwerk soll im Wesentlichen über wissenschaftliche Tagungen an unterschiedlichen Orten, verschiedene Forschungskooperationen und -verbünde, lokale Forschungswerkstätten und eine Online-Plattform etabliert werden. Angespro- chen sind Interessierte aus (Kunst-)Hochschulen und Universitäten sowie Praxisvertreter_innen.

Auf der ersten Arbeitstagung an der Universität Hildesheim wurden neben einer diskursiven Klärung des Gegenstandes und der Identifikation von gemeinsamen Forschungsinteressen verschiedene methodische Ansätze zur Erforschung kulturell-ästhetischer Wirkungen vorgestellt und zusammen ankonkreten Datenmaterialien in Forschungswerkstätten gearbeitet. Den Ausgangspunkt der Initiative bildet ein Forschungsverständnis, das sich insbesondere der Mikroperspektive kulturell-ästhetischer Bildungsprozesse zuwendet und dabei verschiedene Kunstsparten, situative Kontexte, Subjektdispositionen und Ziele Kultureller Bildung beachtet und zwischen diesen differenziert.

Ziel der nächsten Tagung, die voraussichtlich im Sommer 2011 in München stattfinden wird, ist die Weiterentwicklung der offenen, interaktiven Tagungsstruktur sowie die Ausweitung der Forschungsmethoden auf wenig erprobte künstlerische Forschungsansätze. Um adäquat über den Gegenstand der Kulturellen Bildung forschen zu können, müssen Methodenkenntnisse erweitert und disziplinäre Grenzen gesprengt werden.

Durch die positive Resonanz aller Teilnehmer_innen der Hildesheimer Tagung bestärkt, sollen weiter unkonventionelle Wege beschritten werden, um die Forschungslücke in der Kulturellen Bildung in Theorie und Praxis zunehmend zu schließen.

Das Programm zum Download

Organisationsteam der 1. Netzwerktagung: Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, Dr. Tobias Fink, Prof. Dr. Burkhard Hill, Alexander Wenzlik