Die Potentiale eines Besuchs mit der Schulklasse im Historischen Museum werden in der Geschichtsdidaktik und der Museumspädagogik in der Regel ausgehend von den originalen Objekten beschrieben. Bereits in den 70er Jahren wurden jedoch vereinzelte Stimmen laut, die darauf hingewiesen haben, dass nicht das Objekt, sondern vielmehr der Mensch und die Objektbegegnung ins Zentrum der Betrachtung gerückt werden müssen, um die Potentiale eines Museumsbesuchs formulieren zu können. Meine Forschungsarbeit greift diese phänomenologische Sichtweise auf und fragt danach, wie sich Schülerinnen und Schüler bei einem museumspädagogisch betreuten Museumsbesuch verhalten. Von besonderem Interesse ist dabei, welche Relevanz den ausgestellten Objekten, Bildern oder Modellen eingeräumt wird und wie ihre performative Struktur mit auf das Verhalten der Schülerinnen und Schüler einwirkt.

An der Leuphana Universität Lüneburg wird im BMBF-Projekt „Musik-Stimme-Sprache in Kita und Grundschule" (MuSSiK-G) in Kooperation mit der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel eine dreiphasige Weiterbildung für Stimm- und SprachkünstlerInnen erarbeitet und durchgeführt, welche diese befähigen soll, ästhetisch-experimentell mit Kindern von 4-8 Jahren zu arbeiten.

Die geplante Dissertation ist in diesem Kontext angesiedelt und verfolgt das Ziel, die Vorstellungen und Werte der Stimm- und SprachkünstlerInnen in Bezug auf musikalisch-ästhetische Bildungsprozesse von Kindern herauszuarbeiten. Dabei sollen zunächst die an der Weiterbildung teilnehmenden KünstlerInnen, welche erwartungsgemäß aus unterschiedlichen fachlichen Kontexten (klassische Sänger, Beatboxxer, Slammer, ...) stammen werden, in den Blick genommen und komparativ analysiert werden. In einem zweiten Schritt soll dann untersucht werden, ob und inwiefern sich jene Vorstellungen durch die pädagogisch-didaktische Weiterbildung der KünstlerInnen verändern. Die Vorstellungen der KünstlerInnen sollen auch vor dem Hintergrund interpretiert und eingeordnet werden, ob und welche gesellschaftlich-distinktionalen bzw. machtreproduzierenden Prozesse im Sinne Bourdieus darin thematisch werden und inwiefern derartige Aspekte mit den unterschiedlichen Professionskulturen zusammenhängen bzw. sich auch im gegenseitigen Austausch während der Weiterbildung verändern.
Methodisch ist ein qualitativ-induktives und rekonstruktives Vorgehen (Dokumentarische Methode) vorgesehen. Als an mehreren Zeitpunkten zu erhebendes Material sind sowohl Einzelinterviews mit den KünstlerInnen als auch Tonbandaufnahmen konkreten musikalischen Materials, welche die Künstler im Laufe der Weiterbildung produzieren, geplant.

Das Forschungsvorhaben sucht in einem retroperspektivischen Forschungsdesign die subjektiven Bedeutungen von aktiven Theatererfahrungen – insbesondere im Kontext Schule -  zu bearbeiten. Das Dissertationsvorhaben nimmt die u.a. von Klepacki/Zirfas 2013  benannte Forschungslücke auf und sucht die – für die Biographieträger relevanten – Aspekte zu rekonstruieren und etwaige Wandlungs- und Bildungsprozesse zu identifizieren. 

Der Gegenstandsbereich der Dissertation wird durch zwei sich ergänzende methodologische Zugänge beforscht. Der eine als ethnographische Feldstudie von außen deskriptiv an Community Music in München herangehend, in dem bestehende Community Music Praxis aus verschiedenen Blickwinkeln (Kulturpolitik, Praxis und Forschung) beleuchtet und eine Kartographierung erarbeitet wird. Der andere im Sinne von Aktionsforschung durch eine Aktionsforschungsgruppe von innen reflektierend und dynamisch entwickelnd.

Kulturelle Bildung wird heute zunehmend vor dem Hintergrund ihrer – tatsächlichen oder vermeintlichen – Wirkungen thematisiert. Auch die sozialwissenschaftliche Forschung und noch mehr die Evaluationsforschung zu kultureller Bildung sind von der Wirkungsfrage stark geprägt. Dass bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern kultureller Bildungsangebote positive Veränderungsprozesse angestoßen oder vorangetrieben wurden, darin stimmen fast alle empirischen Studien überein, die die outcomes kultureller Bildung untersucht haben. Welche Veränderungen sich bei welchen Teilnehmenden in welcher Intensität wie und warum ähnlich oder unterschiedlich vollzogen haben, darauf wird, wenn überhaupt,  nur ansatzweise eingegangen.

Immer mehr Unternehmen arbeiten in ihrer Personalentwicklung mit Elementen der kulturellen Bildung, prominente Beispiele sind die Drogeriemarktkette dm und die Lebensmittelkette Globus. Besprochen werden diese Projekte in Managementzeitschriften, aus Sicht der Erziehungswissenschaften wurden sie jedoch noch nicht erforscht.

Die Kunstbetrachtung ist zentral für die Kunstpädagogik und die Museumspädagogik. Was aber genau bei der Kunstrezeption passiert, also wie ein Kunstwerk auf eine Besuchergruppe wirkt und sich auswirkt, wie sich Besuchergruppen angesichts eines Exponats verhalten und welche Rolle Pädagogen in dieser Situation einnehmen, ist bisher kaum erforscht. Insofern ist es für beide Bereiche entscheidend, die Situation beschreibbar und wissenschaftlich wie praktisch kommunizierbar und bearbeitbar zu machen. Mit dieser Dissertation soll die Lücke zumindest ein Stück weit geschlossen werden.

Die Dissertation entsteht im Rahmen der PRIMEL-Studie. Dort werden in 90 Kindergärten vielfältige Situationen, unter anderem Kunstangebote, videografiert. Im Kindergarten hat „Basteln“ einen hohen Stellenwert, wurde aber bisher kaum empirisch erforscht. Die Dissertation stellt daher die folgenden Fragen: Welche Bildungspotentiale bietet Basteln den Kindern? Welche Bedingungen fördern qualitätsvolles Basteln, das ästhetische Erfahrungen und kreative Prozesse ermöglicht? Was ist konkret in videografierten Angeboten zum „Basteln“ beobachtbar und welche Erkenntnisse lassen sich für eine kreativitätsfördernde frühkindliche Bildung am Datenmaterial gewinnen?

Längst hat die digitale Revolution auch den kulturellen Bildungssektor erreicht – allen voran die Museen. Als sammelnde, bewahrende, erforschende und vermittelnde Institutionen eröffnet ihnen die digitale Technik neue Chancen und Wege und nötigt gleichzeitig dazu, sich neuen Aufgaben und Herausforderungen stellen zu müssen.

Wie nehmen Kinder im Alter von 7 - 11 Jahren das Museum wahr? Was weckt ihr Interesse und ihre Aufmerksamkeit? Auf welche Art und Weise verknüpfen sich Handlungen, Erlebnisse und ästhetische Erfahrungen (vgl. Dewey 2010) im Museum mit der Lebenswelt der Kinder? Forschungspraktisch-empirisch beschäftigte ich mich in meiner Dissertation mit dem musealen Raum aus der Perspektive der jungen Museumsbesucher mit der übergeordneten Fragestellung: Wie konstruieren Kinder Museum?

Gegenstand des Promotionsvorhabens sind Kulturelle Bildungsprozesse in der Bildenden Kunst von Menschen im dritten Lebensalter, der nachberuflichen und nachfamiliären Phase. Ausgehend von Erfahrungen und der Sicht der Subjekte werden Bedeutungen und Wirkungsformen rezeptiv-produktiver bildnerischer Prozesse in den Dimensionen der Selbst-, Sozial- und Weltverhältnisse erforscht.

Theaterpädagogik mit (ehemaligen) Psychiatriepatienten – Wo findet so etwas statt? Wie sehen die Projekte konkret aus? Wer nimmt daran teil? Welche Wirkungen hinterlässt die theaterpädagogische Spielerfahrung bei den Teilnehmenden und was ist im Theaterprobenprozess hierfür entscheidend? Basierend auf einer Bestandsaufnahme über die Theaterarbeit mit (ehemaligen) Psychiatriepatienten und einer wissenschaftlichen Begleituntersuchung in der Psychiatrie, soll diesen Fragen nachgegangen werden.

Museen bieten immer mehr Programme für junge Kinder an, und Kindergartengruppen nutzen das Museum für Exkursionen - häufig im Rahmen ihrer Projektarbeit. Museumspädagogische Angebote in kulturhistorischen Museen zielen darauf ab, Inhalte und Vorgehensweise an den Themen und Interessen der Kinder auszurichten.

Innerhalb der Dissertation werden internationale Theaterfestivals und ihre künstlerischen und vermittelnden Formate auf ihr partizipatives Potential hin untersucht. Fragen die dahinter stehen sind z.B.: Bieten internationale Theaterfestivals Raum zur Partizipation für ein internationales Publikum? Leisten internationale Theaterfestivals einen Beitrag zu einer „europäischen Identität“?

Weltweit wächst in den letzten zwanzig Jahren die Popularität von Sozialem Zirkus mit Kindern und Jugendlichen, der insbesondere sozial Benachteiligten regelmäßige Zirkusproben und -auftritte anbietet. Zahlreichen Wirkungsbehauptungen über eine Entwicklungs- und Persönlichkeitsförderung steht jedoch ein empirisches Forschungsdesiderat gegenüber. Eine Nutzer*innenperspektive wurde bisher nicht eruiert.

Angesichts fortschreitender Rationalisierung und Funktionalisierung sämtlicher Lebensbereiche, gerät der Körper als „Natur, die wir selbst sind“ (Böhme) zunehmend ins Hintertreffen, er verharrt im Anästhetischen. Welchen Beitrag Kulturelle Bildung und hier besonders die Tanzpädagogik dazu leisten kann, ein wertschätzendes und achtsames Körperverhältnis zu entwickeln, soll im Rahmen der Dissertation untersucht werden.

Die pädagogischen Formate und die in außerschulischen Jugendkulturprojekten praktizierten künstlerisch-sozialen Handlungsprozesse, durch die (bildungs)benachteiligte Jugendliche über Kunst ästhetisch gebildet und gefördert werden, sind bis jetzt wenig erforscht. Mit Hilfe der Rekonstruktion der subjektiven Bedeutungen, die Akteure dieses Sektors ihren Erfahrungen, Handlungspraktiken etc. zuschreiben, soll das theoretische Verständnis derselben verbessert werden. 

Heilsversprechungen in der Theaterpädagogik sind weit verbreitet, im Gegensatz dazu existieren bislang nur wenige fundierte Studien, die die postulierten Wirkungsweisen auch empirisch belegen. Ob und inwieweit Theaterspiel ein geeignetes Bildungsangebot ist, um junge Menschen in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung zu unterstützen, wird in dieser Arbeit anhand der Evaluation eines Theaterprojekts an sechs Förderschulen in Köln untersucht.

Kulturelle Bildung ist en vogue und wird oft mit der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung in Verbindung gebracht. Diese Erfolgsgeschichte begann 1963 mit der Gründung der Bundesvereinigung Musische Jugendbildung e.V.. In den vergangenen 50 Jahren haben sich Anliegen und Aufgaben der Bundesvereinigung, die gesellschaftlichen Bedürfnisse und damit auch die Begrifflichkeiten und Hintergründe geändert.