KULTUR MACHT BILDUNG
6. Tagung des Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung

Leuphana Universität Lüneburg
5.7. November 2015

Vom 5. bis 7. November fand an der Leuphana Universität Lüneburg die sechste Jahrestagung des Netzwerk Forschung Kulturelle Bildung statt. Mit dem diesjährigen Thema KULTUR MACHT BILDUNG widmete sich das Netzwerk den gesellschaftlichen Machtverhältnissen,  in denen Kulturelle Bildung eingebettet ist. Die Referent_innen und fast 100 Teilnehmer_innen der Tagung befragten und diskutierten, inwiefern Machtverhältnisse Einfluss darauf nehmen, was als Kulturelle Bildung gilt und in welchen Formen sie in Erscheinung tritt. Zudem ging es um Asymmetrien und Dominanzstrukturen in pädagogischen und künstlerischen Settings und es wurde diskutiert, inwiefern die kulturellen und ästhetischen Gegenstände selbst Macht über die Rezipierenden und Produzierenden ausüben und umgekehrt von diesen bezwungen oder beherrscht werden wollen.

Die Tagung wurde von Prof. Dr. Cornelie Dietrich und Dr. Anke Wischmann vom Institut für Bildungswissenschaft ausgerichtet. Die inhaltliche Konzeption erfolgte durch ein Scientific Committee, das gemeinsam die Themenwahl und -ausgestaltung vorbereitet hatte und in einem blind-review Verfahren eine Auswahl der eingereichten Beiträge traf. Beteiligt waren Wissenschaftler_innen verschiedener Disziplinen unterschiedlicher Hochschulen:
Cornelie Dietrich (Leuphana Lüneburg), Tobias Fink (Universität Hildesheim), Verena Freytag (Universität Kassel), Burkhard Hill (Hochschule München), Fabian Hofmann (Fliedner Fachhochschule Düsseldorf), Elke Josties (ASH Berlin), Sarah Kuschel (Universität Hildesheim), Stefanie Kiwi Menrath (ASH Berlin), Vanessa Isabelle Reinwand-Weiss (Universität Hildesheim), Volker Schubert (Universität Hildesheim), Anke Wischmann (Leuphana Lü
neburg)

Beiträge aus den Sozial- und Kulturwissenschaften, der Erziehungswissenschaft aber auch den Disziplinen einzelner Kunstsparten wie der Kunst- und Tanzpädagogik beleuchteten verschiedene Aspekte der Thematik: Die acht Panels beinhalteten Beiträge zu bildungstheoretischen Fragestellungen, pädagogischen (A)symmetrien in Prozessen ästhetischer Bildung, Ermächtigung und Entmächtigung in ästhetischen Praktiken von Kindern und Jugendlichen sowie in ästhetischen Praktiken im Zugang der cultural studies, die Macht der Gegenstände und die institutionelle Macht in Agenda Settings sowie Inklusion und Exklusion als ästhetische Realität. Wie auch bei den vorherigen Tagungen erweiterten neben wissenschaftlichen Vorträgen, Keynotes und Diskussionen, zwei künstlerische 'Labore' das Programm, um in verschiedenen Formate eine differenzierte Auseinandersetzung und vertiefende Analysen zu initiieren. Griffen Hans Gruber und Birgit Eiglsperger im Medium der Bildhauerei Meister-Lehrlingsverhältnisse auf, befragte Anne Keller mit dem Ansatz des Reenactment Theaterpädagogik als Propagandainstrument. Mit dem diesjährigen Thema wurden nicht nur zentrale Aspekte Kultureller Bildung, ihrer Praxis und Erforschung aufgeworfen, sondern auch neue Fragen, mit denen sich das Netzwerk auseinandersetzen wird, um den Diskurs und die  Professionalität des Feldes voranzubringen: Welche Machtverhältnisse, Distinktionen und Ausschlüsse sind mit Förderpolitiken, aber auch mit entstehenden Forschungen verbunden? Welche Referenzen werden im Feld legitimiert? Welche Wirkmächtigkeiten lassen sich erkennen? Welche machtvolle Rolle kommt dem Netzwerk selbst als Akteur im Feld zu?                                                                                                          

Das Programm zum Download